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Der Film


1952, noch während des Koreakrieges, schickte Nordkorea auserwählte Studenten in sozialistische Bruderländer mit dem Ziel, sie dort auszubilden und mit dem neuen Wissen irgendwann zurück in die Heimat zu schicken, um das zerstörte Vaterland wieder aufzubauen. Die DDR nahm einen großen Teil der koreanischen Studenten auf. Die höflichen jungen Männer beherrschten neben der deutschen Sprache bald auch die landestypischen Tanzschritte. Das war die Zeit, in der junge deutsche Frauen ihnen so schicksalhaft begegnen sollten: Ihre persönliche Liebes- und Lebensgeschichte begann vor der Kulisse der großen Weltgeschichte. Es kam, wie es kommen musste: Sie verliebten sich, sie verlobten sich, sie bekamen Kinder.

Anfang der 60er Jahre mussten die jungen Nordkoreaner nach Hause zurückkehren und zum Teil ihre frisch gegründeten Familien für immer zurücklassen.

Fragen an die Regisseurin
Sung-Hyung Cho


Nordkoreaner in der DDR – wie sind Sie auf diese spannende und doch so unbekannte Geschichte gestoßen?
Renate Hongs Geschichte wurde in Südkorea sehr bekannt. 2006 war ihre Geschichte in Südkorea in aller Munde, nachdem ein südkoreanischer Historiker, der in Jena über die Beziehung von Nordkorea und der DDR geforscht hatte, durch einen Zufall Renate Hong kennen lernte. Sie erzählte ihm ihre Geschichte und er verbreitete diese Geschichte im Internet. Die Resonanz war überwältigend. Die Koreaner waren hin und weg von der traurigen, aber schönen Liebesgeschichte. Also die meisten Koreaner, mich eingeschlossen, kennen ihre Geschichte. Außerdem war bei mir damals der Wunsch groß, den anderen Teil Deutschlands, Ostdeutschland besser kennenzulernen. Und ich wollte auch mehr von Nordkorea wissen, und sei es nur indirekt.

Wie lange haben Sie recherchiert, bis Ihnen klar war, "das wird die Handlung meines nächsten Dokumentarfilms"?
Klar war mir das bereits 2006, aber die Recherche und Vorproduktion dauerte sehr lange. Ab dem Winter 2006 war ich gedanklich immer wieder mit dem Thema beschäftigt. Intensiver wurde es dann nach der Fertigstellung des Films ENDSTATION DER SEHNSÜCHTE im Jahr 2009. VERLIEBT, VERLOBT, VERLOREN sollte mein dritter Film, also der dritte der Heimattrilogie werden. Dann kam aber 11 FREUNDINNEN dazwischen. Außerdem verlief die Finanzierung des Projektes durchaus schwierig. Kein Sender fühlte sich für das Thema zuständig. 2013 stieg schließlich der RBB ein und so konnte der Film endlich gedreht werden.

Wie haben Sie Ihre Protagonisten gefunden? Und war es schwierig Menschen zu finden, die bereit waren sich vor der Kamera zu diesem sehr privaten Thema zu äußern?
Anfangs war es wirklich nicht einfach, die Betroffenen als Protagonisten zu gewinnen. Denn das Thema war für die meisten allzu schmerzlich, es war für sie kein abgeschlossenes Kapitel. Sie litten noch sehr, wenn sie an die vergangenen Geschichten denken mussten. Viele wollten daher gar nicht daran erinnert werden, geschweige denn darüber sprechen. Zudem waren sie den Medien gegenüber sehr vorsichtig und misstrauisch. Aber da ich seit 2009 regelmäßig zu den Treffen der deutsch-koreanischen Familien ging, gewann ich langsam das Vertrauen. Einige Jahre später fragten sie sich dann wahrscheinlich, wann diese Koreanerin nun endlich den Film über sie dreht.

Glauben Sie an die Liebe?
Hmmm. Ich weiß es nicht so recht. Ich selbst bin eigentlich ziemlich nüchtern. Vielleicht weil ich immer buddhistischer werde und jegliche menschliche Emotion nüchtern betrachte. Aber ich bewundere die Menschen, die solch’ märchenhafte Liebe erlebt haben und daran glauben, so wie es meine Protagonisten tun und getan haben!

Hintergrund


WIE KAMEN DIE NORDKOREANER IN DIE DDR

Anhand von ausgewählten Schicksalen behandelt der Film ein Kapitel deutsch-koreanischer Geschichte, das den meisten Menschen – vor allem in Westdeutschland – völlig unbekannt ist. Dies liegt daran, dass oft ausgeblendet wird, dass es nicht nur Beziehungen zwischen der BRD und Südkorea gab, sondern auch zwischen der DDR und Nordkorea.

Das gemeinsame Schicksal der Teilung führte hier zu einem so starken Gefühl von Verbundenheit, dass bereits im November 1949, nur einen Monat nach der Gründung der DDR, diplomatische Beziehungen zwischen beiden Staaten aufgenommen wurden. Der schon bald danach ausbrechende Koreakrieg von 1950-1953 förderte eine unglaubliche Welle der Solidarität seitens der ostdeutschen Regierung und Bevölkerung zutage. Der Krieg der „kapitalistischen Imperialisten“ gegen den sozialistischen Bruderstaat im Fernen Osten wurde als Gefahr für die eigene Existenz gesehen. „Wer Korea hilft, hilft Deutschland“ oder „Korea den Koreanern, Deutschland den Deutschen!“ waren beliebte Slogans für Spendenaufrufe, die äußerst erfolgreich lanciert wurden. Dies führte dazu, dass die DDR trotz der eigenen angespannten Situation bedingt durch Wiederaufbau und Reparationszahlungen, zum drittgrößten Geberstaat für Nordkorea wurde – hinter der UdSSR und China.

Zu den Hilfsmaßnahmen der DDR zählten auch die Aufnahme und Ausbildung von nordkoreanischen Studenten. Darum wurde sie, aber nicht nur sie sondern auch alle anderen sozialistischen Staaten, 1952 von Pyongyang gebeten. Der Mangel an Fachkräften hatte bereits vor dem Koreakrieg ein großes Problem für den Aufbau Nordkoreas dargestellt und sollte nun durch die massive Entsendung von ausgewählten Kandidaten ins sozialistische Ausland behoben werden. Die Studenten wurden nach einer kurzen zusätzlichen Ausbildung in verschiedene Länder geschickt, wobei sie – für uns heute unvorstellbar – weder einen Einfluss darauf hatten in welches Land sie gehen sollten noch auf ihre Studienrichtung. Die Studenten, die in die DDR gingen, fühlten sich besonders privilegiert, weil es in Korea hieß, die ganz Linientreuen werden an sowjetischen Universitäten ausgebildet, aber die besonders Intelligenten an ostdeutschen. Für die DDR bedeutete dies, dass die 357 nordkoreanischen Studenten in der Mitte der 1950er Jahre die mit Abstand größte Gruppe von Auslandsstudenten darstellte. Sie waren vor allem in Dresden, Leipzig, Rostock, Jena und Ilmenau eingeschrieben, nur in Berlin durfte sich wegen der Fluchtgefahr kein Nordkoreaner studieren.

Was von beiden Staaten als kurzes Intermezzo geplant war, hatte jedoch in verschiedenen Fällen wesentlich längerfristige Auswirkungen, die weder von der einen noch von der anderen Regierung erwünscht waren. Man darf nicht vergessen, dass hier junge, ungebundene und teilweise äußerst lebenslustige Männer und Frauen ins Ausland geschickt wurden. Zudem erhielten sie ein großzügiges Stipendium von Ostberlin, sodass sie ohne finanzielle Sorgen und vor allen Dingen aber auch in einer für sie äußerst offenen Gesellschaft lebten. Dies führte zu einem Lebenswandel, welcher der nordkoreanischen Botschaft bereits 1955 Sorgen bereitete, denn die Studenten leisteten sich „dekadente“ Konsumprodukte, gingen zu Tanzveranstaltungen, tranken Bier und vergnügten sich. Als ganz besonders beunruhigend wurden Liebesbeziehungen zwischen nordkoreanischen Studenten und DDR-Staatsbürgerinnen empfunden. Aus diesem Grunde mussten sie geheim bleiben, denn erwischt werden konnte mit dem Rückruf nach Nordkorea bestraft werden. Einer der nordkoreanischen Studenten nahm sich sogar mit seiner ostdeutschen Freundin das Leben.

Aber gegen die Liebe zu kämpfen ist wohl unmöglich, egal ob verboten oder nicht. Das erste Kind aus solch einer Beziehung wurde 1956 geboren und weitere folgten. Einige der Paare versuchten ihre Beziehung zu legitimieren, indem sie heirateten, aber das gelang nicht immer. Und selbst diejenigen, denen die Eheschließung gelang, blieben von der Staatsräson nicht verschont. Wegen immer offener zutage tretender Differenzen im kommunistischen Block, bei denen die DDR ganz klar auf der Seite der Sowjetunion stand, zog Pyongyang 1962 unerwartet alle Studenten ab. Weder spielte es eine Rolle, in welchem Stadium des Studiums sie sich befanden, noch ob sie verlobt oder verheiratet waren und Kinder hatten; sie mussten alle gehen und zwar sofort. Da die DDR nicht bereit war, bei der nordkoreanischen Regierung zu intervenieren, blieben die meisten Frauen mit den gemeinsamen Kindern zurück. Zurück blieb auch der Schmerz – Schmerz über den Verlust des geliebten Mannes bei den Müttern und der Schmerz der Kinder, ohne den Vater aufwachsen zu müssen.

Doch es ging auch anders
Allerdings gab es auch eine kleine Anzahl von Studenten, die bereits vor dem Mauerbau aus der DDR in die BRD geflüchtet waren und dort weiterlebten. Deren Kindern wuchsen ohne diesen Schmerz auf, aber mit der Neugierde, mehr über das Schicksal des eigenen Vaters zu erfahren und diesen Teil der deutsch-koreanischen Geschichte zu erforschen.



Dr. Liana Kang-Schmitz

img01 Renate Hong
img01Thomas Hillmann und Ruth Runge
img01Marga Sim
img01Uwe Hong, Renate Hong und Ina Grauer
img01Dr. Liana Kang-Schmitz

Crew


Regie & Buch
Sung-Hyung Cho

Schnitt
Fabian Oberhem & Sung-Hyung Cho

Kamera
Thomas Schneider

Musik
Wolfram Gruss

Ton
Uwe Bossenz & Bernd von Bassewitz

Illustration & Animation
Maren Collet & Rino Pelli

Videotagebuch in Nordkorea
Ina Grauer

Familienvideo in Nordkorea
Peter Hong

Produktion
Kundschafter Filmproduktion
Andreas Banz
Dirk Engelhardt
Matthias Miegel
Robert Thalheim

Ko-Produktion
Rundfunk Berlin-Brandenburg
Rolf Bergmann & Franziska Schulz

Protagonisten


Renate Hong
Ruth Runge
Marga Sim
Ina Grauer
Liana Kang-Schmitz
Thomas Hillmann
Uwe Hong
und den Mitgliedern des Vereins
Deutsch-Koreanischer Familien

Pressestimmen

„Ein berührender Dokumentarfilm
über eine nahezu unbekanntes Kapitel der Geschichte“

MDR Kino Royal

ZUM BEITRAG


„Gut erzählt und intensiv“
SWR aktueller bericht

ZUM BEITRAG


„Ein eindrucksvoller Film über eine kleine Fußnote der Geschichte“
MDR ARTOUR

ZUM BEITRAG


HR Hauptsache Kultur
am 25.06 ab 22:45 Uhr

SR Kulturspiegel
am 01.07. ab 18:50 Uhr

IN KÜRZE MEHR!

VERLIEBT VERLOBT VERLOREN AB 25.06 IN FOLGENDEN KINOS



AUGSBURG

Savoy
TERMINE



BERLIN

Sputnik Kino am Südstern    
TERMINE

Zukunft 3°4 Programmkino Ostkreuz  
TERMINE

Kino Krokodil  
TERMINE



BOCHUM

Kino Endstation
TERMINE



HAMBURG

Metropolis
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JENA

Kino im Schillerhof
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LÜBECK

Kino Koki
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POTSDAM

Thalia
TERMINE



SAARBRÜCKEN

Filmhaus
TERMINE



WEIMAR

Lichthaus
TERMINE



WISMAR

Kino im Filmbüro
Vorführung im Rahmen des Filmfests Wismar
TERMINE





Große Kinotour



25.06.2015 Donnerstag      21.15 Uhr      Hamburg      Metropolis
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho und des Protagonisten Thomas Hillmann

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26.06.2015 Freitag      18.45 Uhr      Potsdam      Thalia
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho und der Protagonistin Ina Grauer

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27.06.2015 Samstag      17.30 Uhr       Berlin       Sputnik
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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27.06.2015 Samstag       20.00 Uhr      Berlin       Kino Zukunft
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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28.06.2015 Sonntag       14.00 Uhr       Jena       Schillerhof
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho und der Protagonistin Renate Hong

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28.06.2015 Sonntag       17.00 Uhr      Weimar       Lichthaus
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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29.06.2015 Montag       20 Uhr       Saarbrücken       Filmhaus
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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03.07.2015 Freitag       20.30 Uhr       Frankfurt       Filmforum Höchst
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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04.07.2015 Samstag       20.15 Uhr     Darmstadt     Rex Programmkino
Moderation:  Andreas Heidenreich    in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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05.07.2015 Sonntag       12.00 Uhr     Lich     Traumstern
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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05.07.2015 Sonntag       17.00 Uhr       Marburg       Filmkunstkinos
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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09.07.2015 Freitag       20.00 Uhr       Berlin       Union Kinos
in Anwesenheit der Protagonistin Ina Grauer
Weitere Einsätze am 10. und 13. Juli

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11.07.2015 Samstag       17.00 Uhr     Köln     Filmhauskino
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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11.07.2015 Samstag       19.00 Uhr       Bonn       Brotfabrik
in Anwesenheit der Regisseurin Sung-Hyung Cho

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